Archiv
26.09.2011, 17:06 Uhr
Bildungskonferenz des CDU-Bezirksverbands Württemberg-Hohenzollern in Trochtelfingen
Bundesbildungsministerin Dr. Schavan informiert und diskutiert mit der Parteibasis

Der bildungspolitische Leitantrag „Bildungsrepublik Deutschland“ des CDU-Bundesvorstandes an den Bundesparteitag im November in Leipzig hat gerade im Bezirksverband  Württemberg-Hohenzollern hohe Wellen geschlagen. Die Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan kam nach Trochtelfingen zur Mitgliederoffenen Bildungskonferenz des Bezirksverbandes. Die Stellvertretende Vorsitzende Ministerin aD Dr. Monika Stolz begrüßte an diesem Montagabend rund 200 Mitglieder aus den Kreisverbänden und Vereinigungen der CDU Württemberg-Hohenzollern. Die große Resonanz an dieser Veranstaltung zeigte auch den anwesenden Mandatsträgern aus Bund und Land den hohen Gesprächs- und Diskussionsbedarf der Basismitglieder in der CDU auf. Die Moderation des Abends lag in den souveränen Händen des CDU-Landesvorstandsmitglied und 1.Landesbeamtin im LK Biberach Stefanie Bürkle. Im Impulsvortrag der Bundesbildungsministerin wurde der bildungspolitische Leitantrag der Basis näher erläutert sowie die Begrifflichkeiten erklärt. Viele Ängste und Unsicherheiten in den Diskussionen kommen von falschen Begrifflichkeiten. Die Bundesministerin stellte deutlich heraus, dass die CDU  einen roten Faden in ihrer Bildungspolitik hat. 1993 lautete der Leitantrag „Zukunftssicherung durch Leistung“ und im Jahre 2000 „Aufbruch in die Lernende Gesellschaft“ -  nun der Leitantrag Bildungsrepublik.

Schavan verdeutlichte zu Beginn die Notwendigkeit für die jetzige Neubestimmung. Die Zahlen können nicht täuschen und verlangen von der Politik ein Handeln. 20% der jungen Leute in der EU unter 25 Jahren haben keinen Arbeitsplatz, in Deutschland sind dies 9,5 %.“Das zeigt die Kraft der beruflichen Bildung als dem Flaggschiff des deutschen Bildungssystems“, so die Ministerin. Kernelemente seien beispielsweise Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Erzieherberufs, die Professionalität der Lehrerbildung, europäische Bildungsallianzen für Auszubildende in Unternehmen mit länderübergreifenden Standorten, berufliche Gymnasien und die Gleichwertigkeit allgemeiner und beruflicher Bildung. Gerade die berufliche Bildung muss auch den Zugang zu Studiengängen ermöglichen. Außerdem gilt es die Akzeptanz um die Abschlüsse – sie müssen vergleichbar sein. 80000 Wechsel zwischen den Bundesländern jährlich sind eine deutliche Anzahl.

Die Bundesländer Sachsen und Thüringen haben das „zweigliedrige“ Schulsystem längst und niemand habe dies als Abkehr von der CDU-Linie gewertet. Im Ländlichen Raum Oberschwabens wird es bis 2020 eine Reduzierung der Schülerzahlen bis zu 25 % geben. „Das ist eine gravierende Veränderung, der wir dennoch gute Bildungsstandorte entgegen setzen wollen“ so Schavan. Die CDU darf nicht einfach zusehen, wie Grün-Rot das Land bildungspolitisch mit der Einheitsschule verändert.

Gymnasium und Oberschule sind die Kernsäulen des Leitantrags. Die Oberschule wird definiert als „weiteren und gleichwertigen Bildungsweg, der Hauptschul – und Realschulgang miteinander verbindet. Im Antrag heißt es auch, dass „integrative Systeme und auch funktionierende Haupt- und Realschulen dort respektiert werden, wo dies dem Elternwillen entspricht. Beide Bildungsabschlüsse bleiben erhalten und die Lehrpläne seien jeweils an den späteren beruflichen Anforderungen ausgerichtet und das ist der Unterschied zur  Gemeinschaftsschule. Ich habe immer um den Erhalt der Hauptschulen gekämpft“, betonte Schavan.

Wenn aber die Eltern laut Umfrage bundesweit nur noch zu 2% ihr Kind auf die Hauptschule schicken wollen, dann muss man handeln. Diese Zahl griff ein Diskutant auf und erwiderte: „Wir haben jahrelang die Hauptschule kaputt geredet und als Restschule bezeichnet.“ Die Stimmmeldungen waren recht zahlreich und auch kontrovers. Klar wurde aber auch, dass die Hauptschule nicht abgeschafft werden soll, sondern weiterentwickelt. Ein Redner verlangte nach Kontinuität, man habe erst gerade die Werkrealschule eingeführt und  nun doktert man schon wieder daran rum. Kritik am Begriff Oberschule entgegnete die Ministerin:“Wie Sie das Ding nennen, ist mir schnurzegal“. Es ist keine Erfindung aus ihrem Hause, sondern etliche Länder-Vertreter wollten für das neue Konzept den Begriff „Oberschule“ haben. Die Erfahrungen in Sachsen und Thüringen, wo Hauptschule und Realschule bereits unter einem Dach geführt werden, seien vielversprechend. Ihren Kritikern entgegnete die Bundesministerin:“ Es geht jetzt darum, dass die CDU die Initiative ergreift und nicht einfach die Klappe hält“. Mit den neuen Strukturen soll der Aufbruch in die lernende Gesellschaft gelingen. Der gerade in Baden-Württemberg von der Grün-Roten Landesregierung angegangene Wegfall der Grundschulempfehlung wird einen tiefen Einbruch geben.

Der angeregten und disziplinierten Diskussion folgend war es der Stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Dr. Monika Stolz  vorbehalten sich bei allen, Helfern und Diskutanten herzlich für die gelebte Basisdemokratie zu bedanken und allen einen guten Nachhauseweg zu wünschen. Der Abend war ein guter und weiter zu verfolgender Weg für die Partei.
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